25. Oktober 2013
"Über die Sterne am Himmel wissen wir besser Bescheid als über die Lebensvielfalt auf der Erde."
Der Evolutionsbiologe Joseph Reichholf hat sich im Interview mit Deutschlandradio Kultur enttäuscht gezeigt - und zwar von den Forschungen im Amazonasgebiet. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF wurden dort in den vergangenen vier Jahren gut 440 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Aus Sicht von Reichholf sind das viel zu wenige. Als Ursache vermutet er, dass auf diesem Gebiet zu wenig geforscht wird.
Reichholf kritisierte außerdem, dass Nordamerika und Europa noch genauso vorgingen wie im Kolonialismus: Seiner Aussage nach setzt Deutschland alles daran, dass der eigene Wald erhalten bleibt, nutzt die Tropenwälder aber schamlos für seine Zwecke aus. Ein Großteil der Flächen im Regenwald werde gerodet, um Felder anzulegen - etwa für Biospritpflanzen oder Soja für die Futterproduktion. Der Biologe beschreibt das mit deutlichen Worten, Zitat: "Deutsches Stallvieh frisst amazonische Lebensvielfalt".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)