28. Oktober 2013

Dendriten als Mini-Computer: Unser Gehirn ist noch raffinierter als gedacht

"Stellen Sie sich vor, sie untersuchen ein Stück fremde Technologie. Und was Sie für eine einfache Leitung gehalten haben, ist plötzlich ein Transistor, der selbst rechnen kann."

So beschreibt einer der beteiligten Forscher eine Entdeckung im menschlichen Gehirn. Sie haben Dendriten untersucht - das sind die Fortsätze unserer Nervenzellen, die im Gehirn mehrere hundert Kilometer lange Leitungen bilden. Bisher dachte man, dass sie nur zur Reiz-Übertragung dienen. Jetzt konnte das Forscherteam aber zeigen, dass Dendriten als neurale Mini-Computer selbst aktiv Informationen weiterverarbeiten können und so die Rechenpower des Gehirns vervielfachen.

Um das zu belegen, waren zwei Jahre Frickelei nötig. Am Ende hatte es das Team geschafft, ein winziges Gerät an einem Dendriten in einem Maus-Gehirn anzubringen, so dass sie den Nervensignalen quasi direkt "lauschen" konnten.

Die Studie ist im Fachjournal "Nature" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)