29. Oktober 2013
Etwas gerecht verteilen - das hat schon viele vor große Fragen gestellt.
Die Entwicklungspsychologin Jutta Kienbaum wollte herausfinden, ob Kinder etwas anders verteilen, wenn sie älter werden und ob die Verteilung etwas damit zu tun hat, auf welche Schulform sie gehen. Die Kinder sollten fiktiven Personen etwas zuteilen. Sie konnten aussuchen, ob es ihnen wichtiger ist, dass diese Personen bedürftig sind, oder ob die Personen mehr bekommen, die mehr geleistet haben.
Das Ergebnis: Kinder der Grund- und der Hauptschule fanden es wichtiger, Bedürftigen etwas zu geben. Kinder vom Gymnasium dagegen bezogen öfter auch den Faktor Leistung mit ein.
Die Forscherin meint, es liege also nicht am Alter, was man als "gerechte Verteilung" ansehe, sondern am sozialen Umfeld. Ihrer Ansicht nach bestimmt die Schulform die Werte, die Kinder haben.
Unklar ist laut Kienbaum, wie sehr die Werte auch außerhalb zustande kommen. Auf die Hauptschule gingen vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien, vielleicht stehe deshalb die Bedürftigkeit eher im Vordergrund.
Die Studie ist in der "Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)