29. Oktober 2013

China: Steuersparen durch Scheidung

Bei uns kennt man Heiraten aus Steuergründen.

In China ist es offenbar eher: sich scheiden lassen wegen der Steuer. Die staatliche chinesische Jugendtageszeitung schreibt, dass die Scheidungszahl in Peking dieses Jahr nach oben geschnellt ist, weil viele Paare eine neue Vermögenssteuer umgehen wollten. Es gibt nämlich für Paare, die vor einer Scheidung stehen, ein Schlupfloch im Steuerrecht: Sie sind von einer 20-prozentigen Steuer auf Immobilienverkäufe ausgenommen. Das lässt sich wie folgt ausnutzen: Ein Paar hat zwei Häuser, lässt sich scheiden und überschreibt jedem Partner eine Immobilie. Dann verkauft es eins (oder beide) Häuser - das ist steuerfrei. Anschließend können die Partner dann einfach noch einmal heiraten.

Die Zeitung hat seit Jahresbeginn 40.000 Ehescheidungen in Peking registriert - das sei weit mehr als in den Vorjahren.

Häuser zu verkaufen ist in China weniger lukrativ geworden. Die Regierung hatte kürzlich die Vermögenssteuer auf Immobilienverkäufe verzehnfacht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)