30. Oktober 2013

Great Barrier Reef: Lobbyismus-Vorwürfe gegen Nationalpark-Verwaltung

Wie soll jemand das Great Barrier Reef vor der Industrie schützen, der selbst enge Kontakte zur Industrie hat?

Das will die australische Regierung jetzt überprüfen lassen. Ein Fernsehsender hatte über Lobbyismusvorwürfe berichtet: Zwei Direktions-Mitglieder der Nationalpark-Verwaltung sind Mitarbeiter oder Anteilseigner von Bergbau-Firmen. Vergangenes Jahr sollen sie an einer Sitzung teilgenommen haben, bei der es um den möglichen Bau großer Häfen in der Nähe des Great Barrier Reefs ging. Wissenschaftliche Berater waren für ein Verbot der Pläne, in der Erklärung der Behörde tauchte das dann aber nur abgeschwächt auf.

Der Leiter der Nationalpark-Verwaltung sagte, die Erklärung liege bisher nur als Entwurf vor. Vor der Verabschiedung solle der Text noch öffentlich beraten werden.

Umweltschützer fordern den Rücktritt der beiden Verwaltungs-Chefs. Sie finden, niemand mit Verbindungen zur Kohle- und Gasindustrie dürfe im Management der Parkverwaltung sitzen. Die Unesco hatte Australien vergangenes Jahr angedroht, das Great Barrier Reef wegen des Kohle- und Gasbooms in der Region von der Liste des Welterbes zu streichen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)