1. November 2013

Medizinethik: Trägt man die Verantwortung für seine eigene Gesundheit?

Wenn jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist, endet das in geradezu zynischem Machbarkeitswahn.

So sieht es die Politikwissenschaftlerin Marie Kajewski. Sie befürchtet eine Logik à la: Wer unter Gelenkverschleiß leidet, hat sich eben nicht genug bewegt, Übergewichtige sind einfach zu undiszipliniert. Im Journal "fiph" des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover schreibt Kajewski, wenn jeder selbst für seine Gesundheit zu sorgen hat, dann werde der Kranke als leistungsscheu gebrandmarkt. 'Nicht können' werde als 'nicht wollen' interpretiert.

In der Zeitschrift widerspricht ihr der Theologe Thomas Polednitschek. Er sieht diese Gefahr nicht. Schließlich könne keiner verhindern, krank zu werden. Seine Meinung: Wir haben trotzdem die Verantwortung für unsere Gesundheit. Eine bewusste Lebensführung gehöre zu einem guten Leben. Dabei sorge man nicht nur für seinen Körper, sondern auch für seine Seele.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)