1. November 2013
Bakteriengemeinschaften sondern Schmarotzer gern mal aus.
Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen herausgefunden. Bakterien können in einer Gemeinschaft miteinander kommunizieren und gemeinsam etwas leisten, zum Beispiel Nährstoffe abbauen. Sie sind aber auch dazu in der Lage, ihr Sozialverhalten komplett auszuschalten. Dann leben sie auf Kosten anderer. Die Bakterien, die weiter miteinander kooperieren, versuchen dann, die Schmarotzer in den Griff zu bekommen - und produzieren gegen die Nichtsnutzer ein tödliches Gift.
Die Zusammenarbeit unter den Bakterien ist allerdings nur dann stabil, wenn alle Bakterien der Gruppe streng verwandt sind. Schmarotzer aus anderen Bakteriengruppen können durch das Gift nicht eingedämmt werden. Die Forscher wollen ihre Erkenntnisse bei der Entwicklung neuer Medikamente nutzen. Denn auch Krankheitserreger arbeiten eng zusammen. Um das zu verhindern, könnte man artfremde Schmarotzer einsetzen.
Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)