4. November 2013

Techniksoziologe : Die QWERTZ-Tastatur hat sich durch Zufall durchgesetzt

Wenn wir auf einer Tastatur schreiben, hüpfen unsere Finger von einer weit entfernten Stelle zur anderen - das kann für die Sehnen ganz schön anstrengend sein.

Warum ist die Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur eigentlich so wie sie ist? Das hat sich durch Zufall entwickelt, sagt der Techniksoziologe Johannes Weyer von der TU Dortmund in einem Interview mit DRadio Wissen. In den 1870er Jahren gab es noch eine Menge unterschiedlicher Tastaturdesigns. Dabei war es wichtig, dass sich bei den schweren mechanischen Schreibmaschinen die Hebel unter den einzelnen Buchstaben nicht verhakten. Deshalb sollten häufig benutzte Buchstaben weit auseinander liegen. Das hat ein Schreibmaschinenhersteller besonders gut hinbekommen - und sein Tastaturdesign setzte sich letztlich dann durch: Die QWERTZ-Tastatur.

Dass wir trotz Digitalisierung dabei geblieben sind, hängt an unserer "Pfadabhängigkeit". Das soziologische Fachwort beschreibt das Phänomen, dass Menschen auf dem Pfad, auf dem sie sich befinden, häufig bleiben. Außerdem streitet die Forschung darüber, ob Alternativ-Systeme für unsere Finger und Sehnen wirklich besser sind.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)