5. November 2013
Die Kolonialzeit hat auch in der Welt der Sprachen ihre Spuren hinterlassen.
Durch den Kontakt von europäischen Händlern oder Kolonialherren mit indigenen Völkern oder Sklaven entwickelten sich eigene Sprachen - in der Linguistik heißen sie "Pidgin", "Kreol" oder "Kontaktsprachen". Ein internationales Forscherteam hat jetzt einen neuen Atlas für diese Sprachen veröffentlicht. Darin sind die Strukturen von 76 Sprachen verzeichnet. Die Forscher mussten dafür viel Fachwissen sammeln und viele sonst allein arbeitende Spezialisten zusammenbringen.
Der Sprach-Atlas zeigt, wie Kontaktsprachen typischerweise funktionieren: Während das Vokabular meist aus den europäischen Sprachen übernommen wird, zeigen sich in der Grammatik häufig Formen aus den afrikanischen oder asiatischen Sprachen. Ein Beispiel: Im portugiesischen Kreol von Sri Lanka heißt es nicht "Ich mag es" wie im Portugiesischen, sondern "Mir gefällt es" wie in den meisten südasiatischen Sprachen.
Ganz ähnlich lassen sich auch im afroamerikanischen Englisch einige afrikanische Spuren nachweisen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)