5. November 2013
Mehr als 1.500 verschollene Kunstwerke wurden in einer Münchener Wohnung gefunden.
Es wird vermutet, dass der Kunsthändler Cornelius Gurlitt sie vor den Nazis versteckte - sie aber nach Ende des NS-Regimes einfach behalten hat. Jetzt ist die Frage: Wer ist der rechtmäßige Eigentümer dieser Kunstwerke? Der Provenienzforscher Uwe Hartmann, der sich mit der Herkunftsgeschichte von Kunstwerken und Kulturgütern beschäftigt, meint: Die Nachfahren von Gurlitt sind rechtmäßige Eigentümer von einem Großteil der Werke. Das sagte er im Interview mit dem Deutschlandfunk.
Hartmann meint, dass man beim Umgang mit den Nachkommen von Gurlitt Verhältnismäßigkeit wahren solle: Selbst bei Kapitalverbrechen gebe es Verjährungsfristen, dann könne man nicht sagen, dass sich die aktuelle Generation schuldig gemacht habe und verfolgt werden müsse.
Die Kunstwerke in der Wohnung im Münchener Stadtteil Schwabing waren schon 2011 von der Polizei entdeckt worden, der Fall wurde aber erst jetzt bekannt. Unter den Werken sind nicht nur Gemälde, sondern auch Drucke, Radierungen und Stiche. Ihr Wert wird auf eine Milliarde Euro geschätzt.
Die Werke stammen von bedeutenden Künstlern wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Marc Chagall, Franz Marc und Paul Klee.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)