6. November 2013

Spruchreif: Herbert Wehner über das Duzen

In unserer Rubrik "Spruchreif" geht es heute um Umgangsformen - nämlich um die Frage, ob man jemanden siezt oder duzt.

"Das können Sie halten, wie Du willst",

soll der SPD-Politiker Herbert Wehner einst zu einem Parteigenossen gesagt haben. Der hatte Wehner gefragt, ob er ihn duzen dürfe - obwohl das unter Genossen allgemein so üblich ist. Herbert Wehner war von 1949 bis 1983 Bundestagsabgeordneter. Lange Jahre war er außerdem stellvertretender Parteivorsitzender der SPD und ihr Fraktionsvorsitzender. Von 1966 bis 1969 war Wehner Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen.

Außerhalb der Sozialdemokratischen Partei ist es mit dem Du und dem Sie übrigens nicht so einfach. Grundsätzlich gilt: Der Ältere sollte dem Jüngeren das Du anbieten. Im Arbeitsleben zählt die Hierarchie. Außerdem gibt es noch das sogenannte "Hamburger Du" - nämlich Siezen in Kombination mit dem Vornamen - und das "Münchner Du" - nämlich Duzen in Kombination mit dem Nachnamen. Letzteres hört man auch häufig an Supermarktkassen: "Du, Frau Müller, was kosten denn die Bananen?"

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)