6. November 2013
Wie weit muss Gender-Gerechtigkeit gehen?
In Schweden nehmen sich jetzt vier Kinos dieser Frage an. Wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet, bewerten diese Kinos Filme danach, ob sie den sogenannten "Bechdel-Test" bestehen. Dafür müssen in dem Film mindestens zwei namentlich bekannte Frauen auftreten, die miteinander über etwas anderes als nur Männer sprechen. Dabei fallen Blockbuster wie die "Herr der Ringe"-Trilogie, die meisten "Harry Potter"-Filme oder die "Star Wars"-Filme durch. Gut schneiden dagegen zum Beispiel "Die Tribute von Panem" oder die Margaret-Thatcher-Biographie "Die Eiserne Lady" ab. Das Argument hinter der Initiative: Es sei wichtig, im Kino öfter weibliche Perspektiven zu zeigen. Das beeinflusse auch die Sichtweise auf Frauen in der Gesellschaft.
Auch ein skandinavischer Fernsehsender will mitmachen - er zeigt übernächsten Sonntag nur Filme, die den Gender-Test bestehen.
Doch die Initiative sorgt auch für Unmut. Manche kritisieren, man solle Filmemachern nicht vorschreiben, wie sie ihre Filme zu machen hätten. Und es könnten auch Filme für eine bessere Gesellschaft sorgen, ohne den Test zu bestehen.
Der "Bechdel-Test" wurde von der US-Cartoonistin Alison Bechdel 1985 entwickelt. Seitdem wird es unter Feministinnen und Filmkritikern diskutiert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)