8. November 2013

"Eine neue Pest": Arzneimittelresistente Tuberkulose breitet sich in Indien aus

Tuberkolose war auch einmal in Europa eine gefürchtete Krankheit.

Sie zerfrisst die Lunge, die Erkrankten magern bis aufs Skelett ab. Mit Antibiotika lässt sich die Tuberkolose aber sehr gut behandeln, so dass sie in Europa so gut wie ausgerottet ist. Noch, könnte man sagen. Denn in anderen Teilen der Erde breiten sich Tuberkolose-Erreger aus, gegen die kaum mehr ein Medikament wirkt. Sie sind resistent.

Ein Reporter der "Süddeutschen Zeitung" hat in Indien mit Erkrankten gesprochen. Und er hat in Delhi Ärzte getroffen, die sich um solche Patienten kümmern. Eine Medizinerin der Hilfsorganisation "Operation Asha" äußert sich verzweifelt. Wenn es so weiter gehe, dann werde die Menschheit den Kampf gegen Tuberkolose verlieren. Sie prophezeit: "Dann bekommen wir eine neue Pest."

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich in Indien etwa 64.000 Menschen mit einem resistenten Tuberkolose-Erreger infiziert haben. Weltweit sollen es bisher 300.000 sein, davon viele auch in Russland und China.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)