8. November 2013

Evolutionsforscher entdecken Gen für phänotypische Plastizität

Das Sein bestimmt das Bewusstsein - und die Umwelt den Mund.

Letzteres trifft jedenfalls auf den mikroskopisch kleinen Fadenwurm Pristionchus pacificus zu. Er entwickelt entweder ein räuberisches Großmaul oder einen schmalen Mund zum Bakterien schlürfen - je nach der Umwelt, in der er aufwächst.

Forscher am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie haben jetzt entdeckt, dass ein bestimmtes Gen als eine Art biologischer Schalter funktioniert und die jeweils angemessene Mundform auswählt. Die Wissenschaftler fanden mutierte Wurmlinien, die ausschließlich Würmer mit schmalen Mündern hervorbrachten. In ihnen war immer das gleiche Gen "eud-1" inaktiviert. Umgekehrt entwickelten Würmer, denen eine zusätzliche Kopie dieses Gens eingesetzt wurde, fast immer die Breitmaul-Variante.

Die Eigenschaft, sich flexibel auf die Erfordernisse der Umgebung abzustimmen, haben viele Organismen. Sie heißt phänotypische Plastizität". Bisher war aber kaum bekannt, wie sie funktioniert. Die Entdeckung des eud-1-Gens ist deshalb ein wichtiger Schritt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)