11. November 2013

Politologe: Lateinamerika braucht Medienreformen

In Lateinamerika haben sich seit den 80er Jahren zwar die politischen Systeme demokratisiert, nicht aber die Massenmedien.

Zu diesem Schluss kommt ein Politikwissenschaftler in einem Bericht des Hamburger Giga-Instituts. Er schreibt, seit dieser Zeit habe sich die Medienkonzentration in Lateinamerika verstärkt. In zwölf von 16 Ländern dominieren zwei Ketten den Fernsehmarkt. Die Privatmedien stellten sich seitdem zwar als politisch unabhängig dar. Tatsächlich würden sie aber von ihren Inhabern häufig genutzt, um Lobbyarbeit für ihre Interessen zu machen - nämlich die von traditionellen Eliten und neuen Großkonzernen. Dagegen rege sich inzwischen in vielen Ländern Protest von Bürgern. Zum Beispiel in Brasilien, wo die großen Medien die jüngsten Straßenproteste als Bandenaufstand diskreditiert hätten. Laut dem Giga-Bericht geht dieser Aspekt in europäischen Medien fast unter - der Konflikt um Medienreformen in Lateinamerika werde oft nur als Kampf von autoritären Regierungschefs gegen Privatsender missverstanden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)