11. November 2013

"SZ" : Nur in wenigen Bundesländern können Schüler Türkisch lernen

Wer an deutschen Schulen eine Fremdsprache belegt, hat meist die Wahl zwischen Englisch, Französisch, Spanisch und Latein - Türkisch ist nur in den seltensten Fällen dabei.

Dabei leben in Deutschland fast drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, gibt es insgesamt nur 10.000 Türkisch-Schüler. In elf Bundesländern wird das Fach laut Statistischem Bundesamt gar nicht angeboten. Das liege vor allem daran, dass eine neue Fremdsprache Geld koste, denn man brauche dann neue Lehrer und Unterrichtspläne. Der Lehrernachwuchs sei eh ein schwieriges Thema: Nur 228 Studenten sind derzeit im Fach Turkologie auf Lehramt eingeschrieben.

Drei Viertel der Schüler mit Türkischunterricht kommen übrigens aus NRW. Hier startete der erste Versuch schon 1970. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern sei Türkisch an den Schulen hier etabliert - sogar ihr Abitur könnten die Schüler in der Sprache ablegen. Beim Lehrermangel sei man hier pragmatisch: Lehrer, die eh Türkisch sprechen, brauchen nur eine Zusatzqualifikation, um in der Sprache auch unterrichten zu dürfen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)