11. November 2013

Pflegepersonal muss Leistungen weglassen, wenn es unter Druck steht

Wenn die Zeit knapp wird, dann werden bestimmte Maßnahmen in der Pflege weggelassen.

Schweizer Forscher wollten in einer europäischen Metastudie herausfinden, welche Maßnahmen das sind und wie viele. Dafür untersuchten sie insgesamt fast 500 Kliniken in Europa mit über 33.000 Pflegekräften. Ergebnis: Im Schnitt werden vier von dreizehn Punkten, die das Pflegepersonal abarbeiten muss, weggelassen. Das sind vor allem so genannte psycho-edukative Maßnahmen, also Gespräche mit Patienten oder deren Angehörigen. Die seien sehr zeitintensiv und damit für das Personal schlecht planbar. Im Gegensatz zur Medikamentengabe oder der Überwachung der Patienten, hätten die Gespräche dann oft eine geringere Priorität, sagen die Forscher.

Sie stellten auch fest: Je besser die Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal, desto seltener mussten sie die wichtigen Gespräche streichen. Gute Bedingungen hingen vor allem von den Chefs ab, von der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegern und davon, was das Pflegepersonal noch zusätzlich an Arbeit machen muss.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)