13. November 2013
Wenn wir unsere Muttersprache oder soziales Verhalten lernen, geschieht das meist implizit, also unbewusst.
Implizites Lernen ist also nicht geplantes Lernen, sondern eines, das sozusagen nebenher abläuft. Forscher der Universität Georgetown in den USA haben jetzt festgestellt, dass uns zu viel Aufmerksamkeit dabei im Weg sein kann. Für ihre Studie testeten die Wissenschaftler zunächst den Aufmerksamkeitsgrad ihrer Probanden. Dann ließen sie die Versuchspersonen Aufgaben lösen, mit denen typischerweise das unbewusste Lernen gemessen wird. Dabei müssen reaktionsschnell Kreise auf einem Bildschirm zugeordnet werden.
Die Forscher stellten fest: Wer zu aufmerksam war und versuchte, auf alles zu achten, was ihm wichtig erschien, schnitt schlechter ab, als die Personen, die sich auch mal ablenken ließen. Die Experten schließen daraus, dass zu viel Aufmerksamkeit unbewusstes Lernen eher verhindert. Denn aufmerksame Menschen versuchen, sich ihres Tuns immer bewusst zu sein. Und genau das ist beim unbewussten Lernen nicht gefordert.
Die Experten wollen ihre Ergebnisse beim jährlichen Treffen der "Society of Neuroscience" präsentieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)