14. November 2013
Christian Wulff ist kein Opfer der Medien.
Diese Meinung vertritt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen von der Uni Tübingen. Im ["Deutschlandradio Kultur"| http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/11/14/drk_20131114_0649_2a2358dd.mp3 ] macht er fatales Krisenmanagement für das Scheitern des Ex-Bundespräsidenten verantwortlich. Hätte Wulff von Anfang die Karten auf den Tisch gelegt, hätte sich die Affäre wohl verlaufen. Pörksen spricht aber auch von Grenzüberschreitungen der Medien : Man habe Banalitäten aufgebauscht und die Vergangenheit des Bundespräsidenten auf eine unlautere Art und Weise zu durchleuchten versucht.
Wulff steht seit heute wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Was dort jetzt stattfinde, sei ein Kampf um Reputation aller Beteiligten: Die Staatsanwaltschaft wolle signalisieren, dass man sich nicht einschüchtern lasse. Wulff versuche seine Ehre wiederherzustellen. Der Medienwissenschaftler bezweifelt allerdings, dass ihm das gelingen wird. Laut Pörksen leben wir in einer Empörungs- und Mediengesellschaft. Die eigentliche Verurteilung finde nicht mehr allein im Gerichtssaal statt, sondern in der öffentlichen Sphäre, und ein Freispruch vor Gericht kann die öffentliche Stigmatisierung nicht beseitigen. Und das sei ein echtes Problem.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)