14. November 2013

In Katastrophen verhalten sich Menschen eher sozial als asozial

Bei Katastrophen verhalten Menschen sich eher sozial als asozial.

Das sagte Martin Voss, Leiter der Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin im Deutschlandfunk.

In Ausnahmesituationen würden viele Menschen dazu tendieren, enger zusammen zu rücken und sich gegenseitig zu helfen. Das sei das dominante Muster. Natürlich gebe es auch asoziales Verhalten, wie zum Beispiel die Überfälle auf Reislager nach dem Taifun auf den Philippinen. Das sei allerdings kein Phänomen, das durch die Katastrophe selber ausgelöst würde. Dem Forscher zufolge ist Kriminalität in jeder Gesellschaft auf unterschiedliche Art und Weise vorhanden und trete in solchen Ausnahmesituationen nur besonders stark zu Tage. Auch der Begriff "Plünderungen" ist dem Ethnologen zufolge fehl am Platz, da er aus unserem Alltagsgebrauch stamme. Das normale Ordnungssystem sei aber bei Katastrophen außer Kraft gesetzt und die Menschen damit beschäftigt, grundlegende Bedürfnisse wie die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen. Da bekämen die noch intakten Lebensmittel in den Supermärkten eine andere Bedeutung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)