15. November 2013
Die Staatsführung in China macht ausnahmsweise mal mit positiven Schlagzeilen auf sich aufmerksam.
Sie will die Ein-Kind-Politik lockern und ihre Umerziehungslager abschaffen. Wir erklären, was sich hinter den beiden Maßnahmen verbirgt.
Die Ein-Kind-Politik hatte China in den 70er Jahren eingeführt, um das Bevölkerungswachstum zu bremsen. Paare in Städten dürfen seitdem nur ein Kind bekommen. Auf dem Land sind zwei erlaubt, wenn das erste ein Mädchen ist. China setzte die Ein-Kind-Politik teils mit brutalen Mitteln durch, etwa durch erzwungene Spätabtreibungen und Sterilisationen. Außerdem ist dadurch ein Ungleichgewicht entstanden: Es werden fast 20 Prozent mehr Jungen als Mädchen geboren.
Die Umerziehungslager für Straffällige gibt es in China seit den 50er Jahren. Rund 190.000 Menschen sollen dort ohne Prozess untergebracht worden sein. Menschenrechtler kritisieren lange, harte Arbeitstage. Letztes Jahr sorgte der Fall einer Mutter für Kritik, die ins Lager musste, weil sie sich mehrmals an die Behörden gewandt hatte. Ihre Tochter war entführt und zur Prostitution gezwungen worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)