18. November 2013
Vor sieben Jahren hatte ein italienischer Gefäßchirurg die These aufgestellt, Multiple Sklerose sei durch verengte Halsvenen mit verursacht.
Viele MS-Patienten schöpften dadurch Hoffnung. Denn eine Dehnung der Halsvenen ist für erfahrene Ärzte ein Standard-Eingriff. Doch schnell schon kamen erste skeptische Stimmen auf. Jetzt rät auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie vor einem solchen Eingriff ab. Neuesten Untersuchungen zufolge kommen solche Halsvenen-Stauungen gleichermaßen bei Gesunden wie bei MS-Erkrankten vor. Die Blutabfluss-Störung kann also nicht Ursache der Erkrankung sein.
In der Studie untersuchten Wissenschaftler 79 MS-Patienten, 55 nicht erkrankte Geschwister und 43 gesunde Probanden. Ergebnis: Zwei Prozent der MS-Betroffenen hatten eine venöse Stauung und ebenso viele nicht erkrankte Geschwister. Bei den gesunden Probanden waren es drei Prozent.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)