19. November 2013
"Die Gurlitt-Kunstsammlung geht nicht nur Juden etwas an, sondern alle Deutschen".
Das meint der deutsch-israelische Historiker Rafael Seligmann. Er sagte im Deutschlandfunk, die Sammlung sei ein deutsches Kulturerbe, das man der Öffentlichkeit zugänglich machen müsse. Seligmann meint, die Bilder seien im Besitz von Kriminellen und es könne nicht sein, dass sie dort blieben. Wenn man die Bilder wolle, könne man das juristisch auch erreichen.
Aktuell wird untersucht, bei welchen Bildern es sich um Raubkunst der Nationalsozialisten handelt. Die Werke waren bei einem Renter gefunden worden, dessen Vater sie gesammelt hatte.
Die Londoner Raubkunst-Expertin Anne Webber ist der Ansicht, dass der Fall ein schlechtes Bild auf Deutschland wirft. Sie sagte dem "Tagesspiegel", bis heute gebe es keinen transparenten Prozess, wie Beutekunst gesichtet werde. Deutschland sei mit vielen Folgelasten der Nazi-Zeit gut umgegangen - Kunst gehöre nicht dazu.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)