19. November 2013
Sie leben nebeneinander her, schlafen getrennt und stehen nicht auf Kuscheln.
Das klingt nach keiner guten Beziehung. Doch für Wieselmakis in Madagaskar scheint das die übliche Form des Zusammenlebens zu sein. Forscher vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen haben eine Population der Weißfuß-Wieselmakis mit Sendern ausgestattet und damit ihre Bewegungen und ihr soziales Verhalten beobachtet. Das Ergebnis: Obwohl die circa 30 Zentimeter großen Affen als Paare monogam zusammenleben und sich ein Territorium teilen, gehen sie sich aus dem Weg.
Normalerweise spielt den Forschern zufolge der enge Körperkontakt bei Primaten eine wichtige Rolle. Bei den Wieselmakis kann man darauf jedoch lange warten. Bis auf die alljährliche Paarung.
In über 1.500 Beobachtungsstunden konnten die Wissenschaftler nicht einmal gemeinsames Kuscheln oder gegenseitige Fellpflege erkennen. Warum die Affen überhaupt als Paare zusammen bleiben, ist den Forschern noch nicht klar. Eine Vermutung: Die Männchen könnten so verhindern wollen, dass das Weibchen fremd geht.
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10764-013-9735-3
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)