25. November 2013

Forscher: "Die Klimagipfel-Schnecke kriecht voran"

"Die Klimagipfel-Schnecke kriecht voran, wenn auch quälend langsam."

So fasst Hans-Joachim Schellnhuber das Ergebnis des Klimagipfels in Warschau zusammen. Er sagte das in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Der Physiker leitet das renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Umweltverbände finden das Ergebnis zu unverbindlich. Für Schellnhuber ist es insgesamt zufriedenstellend, das hängt für ihn aber auch mit den niedrigen Erwartungen zusammen. Bei jeder Klimagipfel-Konferenz ist es das Gleiche, sagte er: "Zwei Tage vor Ende verkünden alle das Scheitern, und dann kommt doch noch etwas heraus."

Die Teilnehmer des Weltklimagipfels haben sich darauf geeinigt, auf der nächsten Konferenz Ende 2015 ein neues Klima-Abkommen schriftlich zu fixieren, das dann 2020 in Kraft treten soll. Ziel ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Schellnhuber meint, dass die entscheidende Dynamik für die Klimagipfel einerseits von den technischen Innovationen kommt und andererseits von den Warnzeichen der Natur. Aber selbst Superstürme wie der Taifun Haiyan seien nur leise Töne der Ouvertüre des Klimawandels.

Inzwischen ist bei den Verhandlungen nicht mehr von "Verpflichtungen", sondern nur noch von "Beiträgen" zum Klimaschutz die Rede. Auch bei den Plänen, ärmeren Ländern mehr Geld für die Bewältigung von Klimaschäden zu geben, machten die Industrieländer wenig konkrete Zusagen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)