25. November 2013

Mehr Frauen im Vorstand besser für Fusionen

Alle Verfechter einer Frauenquote in Vorständen dürfte das Ergebnis dieser Studie freuen.

Kanadische Wissenschaftler haben untersucht, wie sich das Geschlecht von Vorstandsmitgliedern in Unternehmen auf Fusionen und Übernahmen auswirkt. Ihr Ergebnis: Weibliche Vorstandsmitglieder wirken sich offenbar finanziell positiv das Unternehmen aus.

Die Forscher schreiben, dass die Kosten einer Unternehmensübernahme mit jedem zusätzlichen weiblichen Vorstandsmitglied im Schnitt um gut 15 Prozent sinken. Wenn mehr Frauen das Sagen hätten, gebe es außerdem knapp acht Prozent weniger Versuche, andere Unternehmen zu übernehmen. Das liege daran, dass Frauen vorsichtiger seien und nicht so gerne Risiken eingingen.

Die Wissenschaftler deuten das so, dass Frauen die Tendenz vieler Geschäftsführer, immer weiter zu wachsen, abmildern. Das sei gut für die Aktionäre, denn Übernahmen erhöhten im Schnitt nicht den Unternehmenswert.

Union und SPD haben sich in der vergangenen Woche in den Koalitionsverhandlungen geeinigt: Eine Quote soll mehr Frauen in die Chefetagen von börsennotierten Unternehmen bringen.

Bisher gibt es da nämlich zu wenige. 2012 waren weniger als 12 Prozent der Aufsichtsräte der deutschen Top-100-Unternehmen weiblich. Ab 2016 sollen es nach dem Wunsch der Großen Koalition mindestens 30 Prozent sein.

Die Studie ist im "Journal of Corporate Finance" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)