27. November 2013

Juristin: Klimawandel ist ein Gerechtigkeitsproblem

"Der Klimawandel ist auch ein Gerechtigkeitsproblem."

Das meint die Juristin Anna Grear von der Uni Cardiff in der "Süddeutschen Zeitung". Sie beschäftigt sich aus rechtswissenschaftlicher Sicht mit dem Klimawandel und kommt zu dem Schluss, dass unser bisheriger Umgang mit den Folgen des Klimawandels ziemlich ungerecht ist. Denn die Auswirkungen träfen ausgerechnet jene, die am wenigsten dazu beigetragen hätten und über die geringsten Mittel verfügten, sich dagegen zu wappnen. Klima-Ungerechtigkeit nennt die Juristin das.

Das Hauptproblem ist, meint sie, dass sich historische Opfer-Muster entwickelt haben. Besitzlose, Frauen, nicht-weiße Menschen, Nomaden und indigene Völker seien historisch immer benachteiligt gewesen. Die Schuldigen seien abstrakt und körperlos, deswegen gelänge es diesen Akteuren immer wieder, sich der Verantwortung für ihr Handeln zu entziehen.

Laut ihrem Bericht zeigen rechtswissenschaftliche Studien, dass es eine radikale Schieflage der Weltordnung gibt, in der Interessen von Unternehmen an erster Stelle stehen. Ihre Forderung lautet deshalb: Wenn sich die Zukunft nicht in eine Schreckensvision verwandeln soll, muss das Recht in seinen tiefsten und verborgenen Grundannahmen verändert werden. Sie schreibt, dass wir neue rechtliche Verfahren brauchen, zum Beispiel neue Anhörungsverfahren, in denen die Opfer zu Wort kommen können.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)