27. November 2013
Bei ungeklärter Todesursache lautet die Anordnung des Arztes: Ein Mal obduzieren, bitte!
Für die Angehörigen ist es häufig kein schöner Anblick, wenn sie die Leiche nach der Autopsie noch mal zu Gesicht bekommen. Deswegen und weil die Technik manchmal einfach schneller und genauer arbeitet als der Mensch, arbeiten Forscher seit Jahren an der digitalen Autopsie. Der Guardian berichtet, dass in Großbritannien heute das erste Zentrum für Digitale Autopsie eröffnet wird.
Ein CT-Scanner und eine Visualisierungs-Software sorgen dafür, dass der Pathologe eine 3D-Version des Leichnams mit einem virtuellen Skalpell untersuchen kann. Die 3D-Version besteht aus ungefähr 3.400 Schichten von je einem halben Millimeter, die dem Pathologen auf einem Bildschirm angezeigt werden.
Einige Todesursachen lassen sich allerdings nicht digital klären. Bei Vergiftungen zum Beispiel wird weiterhin eine Blutprobe gebraucht.
Ein ähnliches Autopsie-Zentrum gibt es in Malaysia schon seit drei Jahren. Einige Muslime und Juden haben sich laut dem Bericht extra nach Malaysia fliegen lassen, weil das Aufschneiden eines Leichnams ihrem Glauben widerspricht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)