28. November 2013
Der Journalist des Jahres konnte nicht zu seiner Ehrung kommen - weil er im Gefängnis sitzt.
Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat in Straßburg den usbekischen Redakteur Muhammad Begschanow in Abwesenheit ausgezeichnet. Der Zeitungsjournalist ist seit über 14 Jahren in Haft. Als Chefredakteur der Oppositionszeitung "Erk" - übersetzt heißt das "Freiheit" - war er für Berichte über Umweltprobleme oder Zwangsarbeit in Usbekistan verantwortlich. Die Zeitung wurde 1994 verboten. Begschanow floh in Ausland, wurde aber in der Ukraine verhaftet und ausgeliefert. "Reporter ohne Grenzen" würdigte, dass der Journalist sein Menschenrecht auf Pressefreiheit wahrgenommen habe. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Usbekistan auf Platz 164 von 179 Staaten.
Neben dem Journalisten des Jahres wurde auch das Medium des Jahres ausgezeichnet - und zwar die Zeitung "Uthayan" aus Sri Lanka. Sie erscheint auf Tamilisch und greift laut "Reporter ohne Grenzen" oft kontroverse Themen der gespaltenen Gesellschaft in Sri Lanka auf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)