28. November 2013

Vorhaut ab: Ruanda startet große Anti-AIDS-Kampagne

AIDS ist in Afrika weiter ein Riesenproblem.

Von den Menschen, die weltweit mit dem HI-Virus infiziert sind, leben zwei Drittel südlich der Sahara. Jede Menge Aufklärungskampagnen und Werbung für Kondome konnten daran bisher nichts ändern. Die Regierung in Ruanda versucht es jetzt mit einer radikaleren Methode.

700.000 Männer in Ruanda sollen beschnitten werden, also ihre Vorhaut verlieren. Allerdings nicht durch aufwendige Operationen. Die Beschneidungen sollen mit einem kleinen Plastikring durchgeführt werden. Der Ring wird übergestülpt und schneidet die Blutzufuhr der Vorhaut ab, so dass sie abstirbt und nach einer Woche mit einem kleinen Bändchen entfernt werden kann.

Umstritten ist aber, ob diese Methode wirklich vor AIDS schützt. Studien aus Südafrika sagen, wenn ein Mann beschnitten ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion um 60 Prozent. Andere Studien sehen dagegen gar keinen Nutzen. Die Weltgesundheitsorganisation jedenfalls unterstützt die Beschneidungs-Kamapgne in Ruanda.

Über die Kampagne berichtet die Online-Zeitung "Africa Review".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)