3. Dezember 2013
Wenn alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, ist es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn man Autos mit Lebensmitteln betankt.
Dieser Ansicht ist der UNO-Berater und Globalisierungskritiker Jean Ziegler. In einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" fordert er, dass die Staaten aufhören, Biokraftstoffe zu fördern.
Für Biokraftstoffe werden nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Getreide oder Zuckerrohr verwendet. Deshalb gelten sie als umweltfreundlicher als klassische, fossile Treibstoffe. Ziegler meint aber, mit Umweltfreundlichkeit habe Biosprit nichts zu tun. Stattdessen werde die Umwelt massiv gefährdet. Denn um einen Liter Sprit zu gewinnen, brauche man 2.500 Liter Wasser. Außerdem würden Kleinbauern verdrängt, um große Anbauflächen zu erhalten.
In eineinhalb Wochen entscheidet die EU, wie die Mitgliedstaaten mit Biosprit weiter umgehen sollen. Ziegler fordert: Keine Energie mehr aus Lebensmitteln.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)