3. Dezember 2013

Koalitionsvertrag ist unverständlicher als Doktorarbeiten

Das Abstimmen über den Koalitionsvertrag mit der Union könnte für viele SPD-Mitglieder eine schwierige Aufgabe sein.

Denn: Der Vertrag soll anspruchsvoller formuliert sein, als eine politikwissenschaftliche Doktorarbeit. Das sagen Kommunikationswissenschaftler der Uni Hohenheim. Sie haben einen Verständlichkeitsindex entwickelt, der Texte auf überlange Sätze, Fachbegriffe, Fremd- und zusammengesetzte Wörter untersucht. Dieser reicht von 0 für völlig unverständlich bis 20 für sehr verständlich. Auf dieser Skala erreicht der Koalitionsvertrag gerade mal eine 3,48 - politikwissenchaftliche Dissertationen erreichen im Schnitt eine 4,7.

Besonders schwer sei der Koalitionsvertrag zu verstehen, weil er viele Wortungetüme, Fachbegriffe oder Bandwurmsätze enthält - mit bis zu 86 Wörtern. Als Beispiele für unverständliche Worte nennen die Forscher: "Transphobie", "Spitzenclusterwettbewerbe", "Landesbasisfallwert" oder "Interoperabilität".

Die Forscher räumen zwar ein, dass der Text von Experten für Experten geschrieben sei. Dennoch nennen sie die mangelnde Verständlichkeit enttäuschend, da die hohen Hürden ganze Lesergruppen ausschließen würden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)