4. Dezember 2013

"Bankern geht es um Ehrgeiz, nicht um Gier"

Man könnte Banker auch mit Kokosnüssen bezahlen.

Hauptsache alle anderen würden auch Kokosnüsse bekommen, so dass sie sich weiter untereinander vergleichen können. Das ist die These des niederländischen Anthropologen Joris Luyendijk. Er lebt in London und hat mit mehr als 200 Bankern dort Interviews geführt. Seine Einschätzung: Ab einem bestimmten Einkommen geht es für Banker nicht mehr um Geld, sondern nur darum in einem Spiel besser zu sein als andere. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Luyendijk, dass Banker seiner Meinung nach nicht gierig sind, sie sind extrem ehrgeizig.

Luyendijk hält es auch nicht für einen Widerspruch, dass sich Banker trotz dieses Konkurrenzdenkens teilweise unerlaubt absprechen. Auch das sei nur ein Weg, sich einen Vorteil zu verschaffen und besser zu sein als andere. Gerade erst wird wieder gegen mehrere Banken ermittelt, weil sie gemeinsam Wechselkurse von Währungen manipuliert haben sollen.

Joris Luyendijk schreibt auf der Seite der britischen Zeitung "Guardian" einen Blog zu seinen Banker-Interviews.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)