5. Dezember 2013
"Geiz ist geil" und die "wahrscheinlich längste Praline der Welt".
Diese Slogans haben wir Werbern zu verdanken - eine Berufsgruppe, die nur eins will: uns eiskalt verführen. Diesen zweifelhaften Ruf haben Werber schon seit fast 100 Jahren. Das hat der Historiker Gerulf Hirt von der Universität Jena herausgefunden. Er hat sich mit den ersten Werbeberatern Deutschlands beschäftigt - von den frühren 20er bis in die späten 60er Jahre.
In seiner Studie kommt er zu Ergebnis: Diese Berufsgruppe hat von Anfang an großen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft ausgeübt, ist allerdings immer im Verborgenen geblieben. Werber waren zu Anfang häufig "Selfmademen", die nach gesellschaftlicher Anerkennung strebten - meist vergeblich. Viel Kritik an ihrer Arbeit kam von der Kirche.
In der NS-Zeit wurde die Werbe-Branche stärker institionalisiert: Es wurde ein großer Berufsverband gegründet, ein Werberat und eine sogenannte Reichswerbeschule in Berlin. Mit dem "Wirtschaftswunder" brachen die "goldenen Zeiten" der Werber an. Und aus den "Selfmademen" wurden nach und nach teamorientierte Verkäufer.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)