6. Dezember 2013

Mäuse-Versuch: Enzymdefekt hilft gegen Grippe

Eiweiß-Mangel klingt erst einmal nicht gesund.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung melden allerdings, dass das Fehlen eines ganz bestimmten Eiweißes auch hilfreich sein kann - gegen Grippeviren.

Wie die Forscher im Fachmagazin PLOS Pathogens schreiben, fanden sie in Versuchen mit Mäusen heraus, dass die Tiere nicht grippekrank wurden, wenn ihnen das Eiweiß Tmprss2 nach einer Genmutation fehlte. Der Hintergrund: Viren bringen üblicherweise die Zellen eines Wirts dazu, neue Viren zu produzieren. Dazu brauchen sie eine Art Schlüssel, ihre Hüllproteine. Und um die funktionsfähig zu machen, nutzen sie wiederum Werkzeuge, die sie beim Wirt selbst vorfinden - nämlich einige seiner Enzyme, also Eiweiße. Die Forscher wiesen erstmals am lebenden Organismus nach: Fehlt dem Wirt das benötigte Eiweiß, funktioniert die Strategie des Virus nicht mehr.

Die Wissenschaftler vermuten, dass es auch Menschen gibt, die wegen eines solchen Eiweißdefekts nicht grippekrank werden - allerdings ist es schwierig, sie für Studien zu finden: Weil sie nicht krank werden, gehen sie eben auch nicht zu Arzt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)