9. Dezember 2013

Spruchreif: Schriftsteller Jun'ichiro über Schönheit

Zum Schluss in unserer Rubrik "Spruchreif" noch ein Zitat für diesen Tag. Es geht um die Schönheit:

"Das, was man als schön bezeichnet, entsteht in der Regel aus der Praxis des täglichen Lebens. So entdeckten unsere Vorfahren, die wohl oder übel in dunklen Räumen wohnen mussten, irgendwann die dem Schatten innewohnende Schönheit."

Der Ausspruch stammt vom japanischen Schriftsteller Tanizaki Jun'ichiro, der von 1886 bis 1965 lebte. Er findet sich in einem seiner bekannstesten Werke, "Lob des Schattens. Entwurf einer japanischen Ästhetik", das 1933 erschien. Darin stellt Jun'ichiro seine Gedanken über die Schönheit der Architektur, der Frauen, aber auch von hölzernen Suppenschalen vor. Er erweist sich als Vertreter des Ästhetizismus und wendet sich gegen die seinerzeit in Japan starke Strömung des Naturalismus.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)