9. Dezember 2013

Umweltstoffe beeinflussen geschlechtstypisches Verhalten bei Kindern

Mädchen spielen lieber mit Puppen, Jungs mit Autos.

Ob das an Rollenvorbildern liegt oder an anderen Faktoren, darüber wird oft diskutiert. Einen neuen Ansatz liefern Umweltwissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen. Sie haben in einer Langzeit-Studie nachgewiesen, dass chemische Stoffe das geschlechtsspezifische Verhalten von Kindern beeinflussen.

Die Forscher haben bei mehr als 200 schwangeren Frauen die Konzentration von Biphenylen und Dioxin im Blut gemessen. Sieben Jahre später befragten sie die Frauen zum Spielverhalten ihrer Kinder. Das Ergebnis: Die Mädchen, die einer hohen Konzentration der chemischen Stoffe ausgesetzt waren, verhielten sich weniger feminin, die Jungen mehr.

Biphenylen wurde häufig als Konservierungsmittel eingesetzt, Dioxine zum Beispiel als Bleichmittel in der Papierherstellung. Beide Stoffe werden heute seltener genutzt. Die Umweltforscher warnen aber vor anderen, bislang unbeachteten Chemikalien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)