11. Dezember 2013
Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Sinneswahrnehmung von Tieren.
Zum ersten Mal wurde dafür ein Beweis gefunden, schreiben Forscher des Max-Planck-Instituts in Seewiesen. Sie haben sich damit beschäftigt, wie die Erderwärmung Fledermäuse beeinflussen könnte - speziell das Jagen der Fledermäuse. Denn die fliegenden Säugetiere jagen meist blind - wo ihre Beute ist, verrät ihnen ihre Echoortung.
Für die Studie fütterten die Forscher ein Computerprogramm mit Temperaturdaten und simulierten, wie weit sich Ultraschalllaute verschiedener Frequenzen ausbreiten. Daraus konnten die Wissenschaftler schließen, wie weit eine Beute maximal entfernt sein darf, um noch erkannt zu werden.
Das Ergebnis: Einige Fledermausarten, nämlich die mit hochfrequenten Rufen, verlieren deutlich an Reichweite, wenn sich die Lufttemperatur um ein paar Grad erhöht. Um das auszugleichen, müsste eine Fledermaus in den gemäßigten Breiten entweder ihre Frequenz um 14 kHz senken oder fast doppelt so laut rufen. Die Forscher warnen: Die meisten Fledermäuse haben lange Generationszeiten - die Zeit für evolutionäre Anpassungen könnte daher nicht ausreichen. Das Artengleichgewicht in manchen Gebieten könnte sich deshalb stark verändern.
Die Studie wurde im "Journal of the Royal Society" veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)