12. Dezember 2013
"Keiner kann aus seiner sprachlichen Haut."
Unser Sprachstil ist individuell und hängt von unserer Prägung und unserer psychischen Verfassung ab. Das sagt der Sprachprofiler Raimund Drommel im Interview mit der Zeitschrift "Gehirn und Geist". Er nutzt Sprachproben, um zu ermitteln, wer der Verfasser von anonymen Schreiben ist. Zum Vergleich reichen ihm dabei selbst kurze Texte der Person in Sozialen Netzwerken. Bei allen Proben wird analysiert, welche Wörter und Wendungen wie oft vorkommen. Auch Satzbau und Satzzeichen werden ausgewertet.
Die geben Hinweise auf Geschlecht, Alter, Persönlichkeit und Beruf des Schreibers. "Insoweit" sagen laut Drommel zum Beispiel viele Juristen. Polizeibeamte und Mediziner hätten auch eigene Wendungen. Bei der Herkunft versuchten viele Drohbriefeschreiber zu schummeln und Ausländer zu imitieren. Viele bauen demnach extra Fehler ein - bei den Infos zur Geldübergabe schreiben sie aber plötzlich lupenreines Deutsch, aus Angst vor Missverständnissen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)