12. Dezember 2013

Leben in Armut wirkt sich auf Entwicklung des Gehirns aus

Kinder aus ärmeren Familien haben einen schwereren Start im Leben als welche aus wohlhabenden Familien - das ist bekannt.

Dass das Aufwachsen in Armut aber auch auf die Entwicklung des Gehirns Auswirkungen hat, ist neu. Forscher der Universität Wisconsin-Madison haben hunderte Hirn-Scans von Kindern bis vier Jahren untersucht. Dabei fanden sie heraus: Kinder aus ärmeren Familien entwickeln im Kleinkindalter weniger graue Hirnsubstanz. Damit sind die Nervenzellen ohne die Verbindungen dazwischen gemeint. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Gehirne der Neugeborenen noch identisch waren, sich im Laufe der Zeit aber völlig unterschiedlich entwickelten. Im Fachmagazin "PLOS One" schreiben sie, dass die Erkenntnisse möglicherweise Lern-, Aufmerksamkeits-, oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern aus ärmeren Familien erklären können.

Bei Kindern der mittleren und oberen Einkommensschichten entwickelten sich die Gehirne übrigens ähnlich.

Eine Studie aus dem Sommer hatte ergeben, dass arme Erwachsene im Schnitt eine geringere geistige Leistung haben. Die Forscher vermuteten, dass finanzielle Sorgen das Gehirn so belasten, dass für kognitive Leistung weniger Energie zur Verfügung steht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)