12. Dezember 2013

Geophysiker: Hälfte aller starker Erdbeben im 19. Jahrhundert nicht dokumentiert

Um Erdbeben vorherzusagen, braucht man vor allem eins: möglichst viele Daten.

Schwierig wird es, wenn die Statistik zu vergangenen Ereignissen lückenhaft ist. Genau das haben Wissenschaftler auf der Herbstkonferenz der Amerikanischen Geophysik-Vereinigung behauptet. Sie vermuten, dass für das 19. Jahrhundert die Hälfte aller Erdbeben über einer Stärke von 8,5 nicht richtig dokumentiert wurde. Damals wurde die Stärke noch anhand der Auswirkungen auf die Landschaft eingeordnet - der Seismograph wurde erst um 1900 erfunden. Die Forscher finden, damals seien die Folgen der Erschütterungen oft unterschätzt worden - und damit auch die Beben selbst.

Ein Erdbeben auf den Kleinen Antillen im Jahr 1843 sei zum Beispiel mit einer Stärke von 8,0 in den Aufzeichnungen. Inzwischen sei klar: Es war auf einem Viertel des Erdballs spürbar und wahrscheinlich viel stärker. Das Forscherteam durchforstet deshalb alle Dokumente, um die Statistik zu verbessern.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)