13. Dezember 2013

Ohne Richard Wagners Migräne wären seine Opern wohl ganz anders

Wer Migräne hat, leidet vor allem erstmal an den schlimmen Kopfschmerzen.

Aber die Krankheit kann Künstler auch kreativ inspirieren - vor allem, wenn es um Migräne mit Aura geht. Das ist eine Art Vorphase der Kopfschmerzen, bei denen man visuelle Störungen hat. Deutsche Neurologen glauben, dass der Komponist Richard Wagner solche Migräne-Erfahrungen in seinen Opern verewigt hat. Die Forscher schreiben im "British Medical Journal", dass sich viele Stellen in den Werken so deuten lassen: Zum Beispiel sprechen die Hauptfiguren von "pulsierendem Schmerz" und Scheu vor Licht, also klassischen Migräne-Symptomen. Oder eine Passage mit Streichern soll nach Anweisung des Komponisten in ungefähr der Geschwindigkeit gespielt werden, die Experimente als typische Frequenz für Aura-Lichtblitze ausgemacht haben.

Richard Wagner hat seine Qualen durch häufige Kopfschmerzen in zahlreichen Briefen und in seinen Memoiren beschrieben. Er ist übrigens nicht der einzige bekannte Künstler mit Migräne: Auch die Maler Salvador Dalí oder Vincent van Gogh sollen daran gelitten haben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)