18. Dezember 2013

Forscher: Sehrinde selektiert Bilder dank Kurzzeitgedächtnis

Unser Sehsystem arbeitet so effektiv wie möglich.

Nicht alles, was die Augen sehen, gelangt auch bis in die höheren Gehirnareale. Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum und der Universität Osnabrück haben nachgewiesen, dass schon viel eher aussortiert wird als bislang gedacht, nämlich schon in der Sehrinde - dem "Flaschenhals auf dem Weg ins Großhirn".

Die Forscher spielten Probanden verschiedene Szenen vor, zum Beispiel Landschaften oder Gebäude, und analysierten dann, welche Gehirnareale dabei aktiv waren. Vor allem, wenn die Bilder sehr langsam wechselten, wurde nur noch das weitergeleitet, was neu hinzukam oder wegfiel. Nach Angaben der Forscher baut das Gehirn eine Art Kurzzeitgedächtnis auf. Aufgrund der schon gesehenen Bilder hat es gewisse Erwartungen, wie es weiter geht. Und nur, wenn etwas von dieser Erwartung abweicht, werden die Informationen weitergegeben - als neues Bild, das uns dann bewusst wird.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)