19. Dezember 2013

Sibirische Neandertaler zeugten Nachkommen mit engen Verwandten

Wenn Onkel und Nichte, Tante und Neffe, Großvater und Enkelin oder die Oma mit dem Enkel Kinder zeugen, dann ist das Inzucht.

Bei den Neandertalern in Sibirien war das möglicherweise normal. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. Die Forscher untersuchten die DNA aus einem Zehenknochen, den russischen Wissenschaftler im sibirischen Altai-Gebirge gefunden hatten. Der Knochen gehörte einer Frau, die vor rund 50.000 Jahren gelebt hat. Die DNA-Untersuchungen zeigten, dass die Eltern der Neandertaler-Frau eng verwandt gewesen sein müssen. Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Populationen der sibirischen Neandertaler nicht besonders groß gewesen sind und deshalb Inzucht häufiger vorkam.

Die Untersuchungen haben auch gezeigt, wie genau die Verwandschaftsverhältnisse zwischen den Neandertalern und heute lebenden Menschen aussehen. Demzufolge stammten rund 1,5 bis 2,1 Prozent im Genom der heute außerhalb Afrikas lebenden Menschen vom Neandertaler ab.

Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature" veröffentlicht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)