2. Januar 2014

Phobiker sehen Welt anders als Menschen ohne Angst

Für Arachnophobiker sind Spinnen oft besonders groß und bedrohlich.

Doch das hat nichts mit Übertreibung oder Einbildung zu tun. Wissenschaftler der Universität Mannheim stellten jetzt fest: Phobierelevante Reize können die visuelle Verarbeitung im Gehirn steuern - und so wirken die Tiere für Menschen mit Spinnenangst oft größer und bedrohlicher.

Für ihre Studie bildeten die Forscher zwei Probandengruppen - 20 Arachnophobiker und 20 nichtängstliche Kontrollpersonen. Ihnen allen projizierten sie gleichzeitig jeweils ein Bild in das rechte und eins in das linke Auge. Einmal eine Spinne und eine geometrische Form und dann eine Blume und eine geometrische Form. Dabei machten sich die Forscher zu nutze, dass es unmöglich ist, dauerhaft zwei Bilder gleichzeitig wahrzunehmen. Ergebnis: Die Probanden mit der Spinnenangst nahmen die Spinne früher, länger und dominanter wahr als die ohne Phobie. Beim Blumenbild war die Wahrnehmung bei beiden Gruppen gleich. Die Forscher leiten daraus ab, dass sich Emotionen auf die Wahrnehmung auswirken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)