7. Januar 2014

Israelischer Historiker: Juden sind nur durch religiöse Praktiken verbunden

Verbindet Juden eigentlich noch etwas anderes als ihr Glauben?

Der israelische Historiker Shlomo Sand meint Nein. Er sagte der "Neuen Zürcher Zeitung", Juden seien nur durch religiöse Praktiken miteinander verbunden. Er argumentiert, dass Menschen jüdischen Glaubens in Marrakesch, Rom oder Paris unterschiedliche Sprachen sprechen, unterschiedliche Musik hören und unterschiedliches Essen kochen. Sand stellt deswegen in Frage, dass es so etwas wie ein "jüdisches Volk" gibt. Der Historiker betont aber, er bestreite nicht, dass es ein israelisches Volk gebe, das ein Existenzrecht besitze.

Sand hatte vor einigen Jahren mit seinem Buch "Die Erfindung des jüdischen Volkes" Kontroversen ausgelöst. Vor kurzem erschien von ihm auf Deutsch "Warum ich aufhöre, Jude zu sein".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)