7. Januar 2014
Dieses Jahr läuft der Nato-Einsatz in Afghanistan aus.
Und danach sollte die Bundeswehr auf weitere Einsätze dieser Art verzichten - findet Rupert Neudeck. Er engagiert sich für die Hilfsorganisation "Grünhelme", die ebenfalls in Afghanistan aktiv ist. Neudeck schreibt in der "Süddeutschen Zeitung", die Bundeswehr sei eigentlich nie wirklich in Afghanistan gewesen. Sie habe sich dort nur in "abgeschlossenen Weltraumkapseln" aufgehalten, in den Camps, ohne Kontakt zur Bevölkerung. Auch sonst habe Deutschland dort nichts bewirkt - die Machtverhältnisse in der Einsatzregion seien unangetastet geblieben, so dass es dort nach dem Abzug sofort wieder zu Gewalt komme. Neudeck lässt auch nicht das Argument gelten, der Einsatz habe die parlamentarische Demokratie vorangebracht: Er schreibt, der afghanische Präsident habe nachweislich die letzten Wahlen gefälscht und das Parlament kaltgestellt. Doch bei dem Thema ziehe die westliche Staatengemeinschaft den Schwanz ein und sage lieber gar nichts.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)