9. Januar 2014

Auf der Spur des Todes - Geier warten in Dürrezonen

In alten Western kann man es sehen - wo der Tod lauert, warten schon die Geier.

In Afrika gelten Geier sogar als Hellseher - die immer genau wissen, wo demnächst gestorben wird. Eine großangelegte Studie unter drei Geierarten in der ostafrikanischen Mara-Serengeti zeigt jetzt, dass die Aasfresser sich besonders gerne in Gebieten aufhalten, wo eine Dürre zu erwarten ist. Bisher hatten Forscher geglaubt, dass Geier einfach den Herden ihrer Nahrungstiere folgen. Stattdessen lauern sie dort, wo die Sterbewahrscheinlichkeit am größten ist: eben in Dürregebieten oder an schwierigen Flussquerungen - wo relativ viele Tiere ertrinken.

Die Wissenschaftler haben die Geier für die Studie mit GPS-Sendern ausgestattet und so herausgefunden, dass die großen Vögel in Zeiten ohne Dürre auf Nahrungssuche ein Gebiet von der Größe Großbritanniens durchstreifen. Und genau darin liegt eine der größten Gefahren für die Aasfresser: Tierkadaver außerhalb der Schutzgebiete sind oft mit Pestiziden verseucht, die auch die Geier vergiften. Mehrere afrikanische Geierarten stehen inzwischen auf der Liste der bedrohten Tierarten.

Zum Artikel im Magazin PLoS ONE:

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)