10. Januar 2014

Coming-Out-Diskussion: Theweleit sieht in Fußball-Mannschaften pseudo-militärische Verhältnisse

Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Das wusste schon Karl Marx, und es gilt nach Ansicht des Soziologen Klaus Theweleit auch für Fußballer und das Thema Homosexualität. Theweleit sagte im "Deutschlandradio Kultur" das größte Hindernis für schwule Fußballer seien weder der Verband noch die Fans, sondern die Mannschaft. In einer Mannschaft herrschten pseudo-militärische Verhältnisse und eine klare Kommandostruktur. Außerdem seien die Spieler nicht Freunde, sondern Konkurrenten, die um die Stammplätze kämpften. Viele seien so gedrillt, dass sie ohne die Phantasie des harten männlichen Körpers noch nicht auskämen. Homosexualität würde dieses Verhaltenssystem bedrohen. Deshalb, so Theweleit, habe es ihn nicht gewundert, dass das Coming Out des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger zwar begrüßt, aber nicht als Vorbild für aktive Fußballer gesehen werde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)