14. Januar 2014
Die Feuerwehr muss manchmal Katzen von Bäumen retten - warum sollte die Polizei dann nicht den Diebstahl einer Seerose aufklären?
Genau diese Aufgabe haben jetzt die Beamten in London. Im Königlichen Botanischen Garten von Kew, im Südwesten der Hauptstadt, ist ein rares Pflänzchen abhanden gekommen: die kleinste Seerose der Welt, Nymphaea thermarum. Ihre gelbe Blüte ist etwa so groß wie ein Fingernagel. Eigentlich kommt sie aus Ruanda. Inzwischen sind die einzigen noch lebenden Pflanzen in Kew zuhause. Es hatte Jahre gedauert, sie aus nur wenigen übrigen Samen zu züchten.
Der Diebstahl schade auch der Arbeitsmoral in den Gärten - sagte deren Chef Richard Barley. Es wird gemutmaßt, dass ein reicher Pflanzenliebhaber den Diebstahl in Auftrag gegeben hat. In Botanischen Gärten nehmen aber viele Besucher ein lebendes Andenken mit - deswegen hat das Phänomen der verschwindenden Pflanzen dort schon einen eigenen Namen: Fingerfäule.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)